Aktuelles

Neues Greifswald Moor Centrum

Das neue Greifswald Moor Centrum (GMC) geht an den Start! Als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik bündeln 50 Moorkundler im GMC an einem Standort ihre Expertise zu allen Moorfragen, lokal und weltweit. Auf wissenschaftlicher Grundlage will das GMC damit zielgerichtete Lösungsansätze für gesellschaftliche und politische Herausforderungen bieten, insbesondere Klimaschutz, Biodiversitätserhalt und Nachhaltiges Wirtschaften in Bezug auf Moore. Das Greifswald Moor Centrum basiert auf 200 Jahren interdisziplinärer landschaftsbezogener Wissenschaft mit Schwerpunkt Moor in Greifswald und koordiniert die weltweit größte Datenbank zu Verbreitung und Zustand der Moore. Träger sind das Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, die Michael Succow Stiftung, das Institut für Dauerhaft Umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde DUENE e. V. und die Peatland and Nature Conservation International Library (PeNCIL).


Paludikultur präsent auf "Grüner Woche"

Auf der "Grünen Woche", der internationalen Ausstellung der Ernährungs- und Landwirtschaft sowie des Gartenbaus, wurde das Thema Paludikultur von 21.-26. Januar 2015 an einem eigenen Stand präsentiert. In diesem Rahmen konnte sich auch das neue Greifswald Moor Centrum erstmmals der Öffentlichkeit vorstellen.


Neu auch für Naturschützer - Info-Stand "Paludikultur" auf 20. Naturschutztag Schleswig-Holstein

Die nachhaltige Bewirtschaftung nasser Flächen kann auch unter Naturschützern noch viel bekannter werden, merkten Greifswalder Moorkundler auf dem 20. Naturschutztag Schleswig-Holstein in Rendsburg Ende November. Mehr als 400 Naturschützer waren zum Tag unter dem Leitthema ‚Auen und Moore- Schlüssel für Lebensqualität und grünes Wachstum‘ im Norden der Republik gekommen. Mit zwei Vorträgen und einem Info-Stand zu Paludikultur samt Exemplaren von Schilf und Torfmoos sorgten die Greifswalder für mehr Paludikultur-Wissen unter den Tagungsteilnehmern und stießen auf reges Interesse.


Neue MICCA-Peatland Broschüre

Ein neues Guidebook zu nachhaltiger Moornutzung “Towards climate-responsible peatlands management” ist nun erhältlich. Herausgeber ist das Mitigation of Climate Change in Agriculture-Programm der Welternährungsorganisation (Food and Agricultural Organization of the United Nations, FAO). Das Guideboook enthält Greifswalder Beiträge zu Röhricht-Biomasse als energetischem Ersatz für Torf und zu Torfmoosen als Ersatzsubstrat für Torf im Gartenbau.


Paludikultur in Webinar

Das Webinar “Challenges and Solutions for Responsible Peatlands Management” am 1. Oktober 2014 wird mehrere Beiträge zu Paludikultur bieten. Organisator dieses digitalen Seminars ist das "Mitigation of Climate Change in Agriculture (MICCA)"-Programm der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agricultural Organisation of the United Nations, FAO). Eine Online-Diskussion ist vom 30. September bis zum 7. Oktober möglich. Hier die Anmeldung zum Webinar am 1. Oktober von 10:00-11:30 Uhr (Zeitzone CEST).


“Torfmoos“ ist eine „Innovation querfeldein“

„Torfmooskultivierung“, ein Forschungsprojekt der Universität Greifswald in Kooperation mit Torfwerk Mokura in Ramsloh und anderen Partnern, gehört zu den 100 Preisträgern des bundesweiten Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2014. Der Wettbewerb steht in diesem Jahr im Zeichen des Mottos „Innovationen querfeldein – Ländliche Räume neu gedacht“. Deutschlandweit bewarben sich rund 1.000 Forschungseinrichtungen, Unternehmen oder Vereine. Am 3. Juli nehmen Mitglieder des „Torfmooskultivierung“-Forschungsprojektes am Netzwerktreffen der 100 Preisträger teil. Am 27. März 2015 feiert “Torfmooskultivierung“ seine Auszeichnung auf der Versuchsfläche in Hankhausen. Im Oktober und November 2014 wählt die Öffentlichkeit per Online-Abstimmung den Publikumssieger.

Mehr unter:
“Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen - Torfmooskultivierung” und “Greifswalder Projekt „Torfmoos“ ist Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen”.

Europaweit im Einsatz

Am 11. Juni waren die Torfmoos-Experten europaweit im Einsatz: Für das EU LIFE+ Projekt zur Restoration des Augstumal-Hochmoores stellten die Wissenschaftler ihre Erfahrungen zu Wiedervernässung vor. Bei der NABU-Moorschutzkonferenz in Berlin sprachen sie mit Entscheidungsträgern über zukünftige Paludikultur-Projekte. Beim Seminar „Sphagnum Reintroduction in Practice“ der Manchester Metropolitan University beeindruckt ihre Vorstellung der Torfmoos-Pilotflächen in Hankhausen. Das dortige flächendeckende Wachstum von Torfmoosen auch zur Gewinnung von künftigem Saatgut stieß auf großes Interesse.


Torfmoosexperten gefragt im MoorIZ

Torfmoosfeld im AhlenmoorAhlenmoor. Das Torfmoosfeld des Moorinformationszentrums (MoorIZ) am Ahlenmoor wurde während der Internationalen Gartenschau Hamburg 2013 angelegt. Nun brauchten die MoorIZ-Mitarbeiter einen Erfahrungsaustausch für den langfristigen Erhalt der Fläche. Zum Erfahrungsaustausch haben sie die Greifswalder Torfmooskultivierungsexperten eingeladen, die insbesondere zu Bewässerung und Monitoring berieten. Beim Besuch stand die Fläche unter Wasser. Mit ihrem Rat, so hoffen die Greifswalder, sollte bald nicht mehr „Land unter“ sein.

Mehr Moor-Erfolge zeigen

“Global Peatland Restoration Demonstrating Success Booklet” ist Titel der aktuellen Best practice-Broschüre des International Union for Conservation of Nature United Kingdom Peatland Programme (IUCN UK Peatland Programme). Am 29. April stellte der IUCN diese in seiner Brüsseler Vertretung vor. Die Publikation enthält sieben Beiträge Greifswalder Moor- und Paludikultur-Experten. Die Broschüre mit zahlreichen Fallbeispielen soll international ein politischer Türöffner für Anliegen der Moorrestauration sein.

Zum Download unter:
“Global Peatland Restoration Demonstrating Success Booklet”

Moos-motiviert!

Torfmoos-Forscher der Universitäten Nijmegen und GreifswaldHankhausen. Paludikultur geht jeden an! Deswegen reisten vom 21.-23. März fünf Wissenschaftler aus dem niederländischen Nijmegen und zwei Vertreter der Stiftung "Landschapp Noord-Holland" auf die Torfmoosversuchsflächen in Hankhausen und Ramsloh. Von der Entwicklung der angelegten Flächen waren sie begeistert. Gerade in den tief gelegenen Niederlanden wird Paludikultur in Forschung und Verwaltung gut aufgenommen.

Statusbericht „Carbon Market Approaches for Peatlands“

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) des Umweltbundesamtes hat im März einen aktuellen Statusbericht „Carbon Market Approaches for Peatlands“ vorgelegt. Die Moorforscher der Universität Greifswald waren daran maßgeblich beteiligt. Welche Klimaschutzinstrumente für den Erhalt und die Entwicklung von Mooren sind auf internationaler Ebene vorhanden. Wird die Klimawirkung von Mooren in Marktmechanismen sowie in bestehenden oder geplanten Emissionshandelssystemen berücksichtigt? Welche internationalen Förderungen für die Renaturierung von Mooren in Entwicklungsländern existieren und welche Rolle spielt das auf den Klimaverhandlungen in Warschau 2013 verabschiedete Regelwerk für REDD+ ? Diese und weitere Fragen werden im Bericht analysiert.

Download unter:
Carbon Market Approaches for Peatlands

Neues IPPC-Supplement

Der internationale Klimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) hat die Richtlinien zur Inventarisierung von Treibhausgasemissionen um eine Beilage zu Mooren ergänzt. Das 2013 "Supplement to 2006 IPCC Guidelines for National Greenhouse Gas Inventories" ist verfügbar unter:

http://bit.ly/1kqeple (ganzer Bericht; engl.)

http://bit.ly/1i670Y6 (Übersicht; engl.)

Mehr Paludikultur für Irland

Der Entwurf für eine neue nationale Moor-Strategie in Irland sieht in Punkt 20 vor: “Neue Techniken zur Wertschöpfung wie Paludikultur, insbesondere die Kultivierung von Torfmoosen, werden erschlossen“ (Seite 24).

Mehr Information unter:
http://www.npws.ie/media/npws/Final National Peatlands Strategy.pdf

Deutscher Nachhaltigkeits­preis 2013 für Paludi­kultur-Forschung

Das vom BMBF geförderte Projekt „Vorpommern Initiative Paludikultur – VIP“ der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hat in diesem Jahr den bundesweiten „Forschungspreis nachhaltige Entwicklung“ gewonnen. In dem Projekt werden innovative Ansätze für eine nachhaltige nasse Bewirtschaftung von Niedermooren entwickelt. In Paludikultur lassen sich in wiedervernässten Mooren Energie, Baustoffe und Futter erzeugen und zudem beachtliche Treibhausgasemissionen vermeiden. Das überzeugte die Jury des „Deutschen Nachhaltigkeitspreises“, der am 22. November für die Kategorie Forschung von BMBF-Staatssekretär Dr. Georg Schütte überreicht wurde.

Nominierungssiegel DNP „Die Auszeichnung unterstreicht, dass die Zukunft der Moore nass sein muss. Nur durch Wiedervernässung können Moore langfristig genutzt, Treibhausgasemissionen vermieden und der Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen auf Mooren in Deutschland und der Welt gestoppt werden“, sagt Professor Dr. Dr. h.c. Hans Joosten, Greifswalder Moorforscher und wissenschaftlicher Leiter des BMBF-Verbundprojekts „Vorpommern Initiative Paludikultur –VIP“. Mit seinem Forscherteam entwickelte er mit dem Konzept der Paludikultur eine Alternative zur herkömmlichen Nutzung der Moore. Deren Entwässerung hat hohe Treibhausgasemissionen und viele ökologische und soziale Probleme zur Folge.

Die Projektauswertung zeigt, dass Moore auch nass − also standortgerecht −genutzt und mit ihnen auch Geld verdient werden kann. Aus der Biomasse von Schilf und Rohrkolben entstanden neue ökologische Baumaterialien, etwa Dämmputz, Brandschutzplatten oder eine ökologische Einblasdämmung. Die Forscher untersuchten zudem, wie sich Niedermoorbiomasse als Pellets, Briketts oder Biogas in Energie umwandeln lässt −ohne Konkurrenz für die Nahrungsmittelproduktion. Sie entwickelten Erntekonzepte für die Bewirtschaftung durch angepasste Raupenfahrzeuge oder Beweidungskonzepte mit Wasserbüffeln. Der integrative Projektansatz beinhaltet auch die Analyse landwirtschaftlicher und rechtspolitischer Rahmenbedingungen.

„Durch die frühzeitige Einbindung von Landwirtschaftsberatern und regionalen Entscheidern gelang ein vorbildlicher Ergebnistransfer und Synergien zwischen Umweltschutz und Landwirtschaft. Ein Erfolg auf internationaler Ebene ist die Aufnahme von Moorwiedervernässung ins Kyoto-Protokoll. „Das Projekt Vorpommern Initiative Paludikultur −VIP hat für eine konjunktur- und strukturschwache Region wie das moorreiche Mecklenburg-Vorpommern ein Modell hervorgebracht, das sich überall auf der Welt für Moore anpassen lässt“, urteilte die Jury.

Der vor 1.200 Gästen verliehene Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die wichtigste nationale Auszeichnung für Nachhaltigkeitsengagement und einer der renommiertesten Preise seiner Art in Europa. Träger ist die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis zeichnete zum zweiten Mal herausragende Forschungsprojekte in den Bereichen Klima, Energie, Ressourcen und Umwelttechnologien aus, die „Sustainability made in Germany" voranbringen. Finalisten waren neben der Universität Greifswald Projekte der Universität Tübingen sowie der Technischen Universität Kaiserslautern.

Weitere Informationen:

http://www.paludikultur.de/index.php?id=vip

http://www.nachhaltigkeitspreis.de/1400-0-Forschungspreis-Nachhaltige-Entwicklungen.html


NLKWN auf Torfmoos-Fläche

Im August verschaffte sich die neuen Arbeitsgruppe "Paludikultur" des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) sowie eine Verteterin der niedersächsischen Landwirtschaftskammer einen Eindruck von den Torfmoosflächen in Hankhausen.

Auftakt zur neuen niedersächsischen Moorschutzpolitik

Die Tagung „Perspektiven für eine nachhaltige Moornutzung in Niedersachsen“ der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA) in Schneverdingen bot im Juni spannende Vorträge zu aktuellen politischen Entwicklungen zum Moorschutz im Bundesland. Erstmals konnten Vertreter aus Ministerien und der Torfindustrie zum geplanten Streichen der Vorranggebiete zum Torfabbau ins Gespräch kommen. Storch auf Paludikulturfläche in Hankhausen Eine präsentierte Befragung zum aktuellen Zustand von Flächen im bisherigen niedersächsischen Moorschutzprogramm zeigte: Viele Gebiete sind hinsichtlich der Vernässung in einem unbefriedigendem Zustand; zudem sind Niedermoore bisher gar nicht berücksichtigt. Nach dem Aufzeigen der Grenzen einer weiteren, degradierenden Nutzung mit herkömmlicher Landwirtschaft, fand ein ausführlicher Vortrag zu Optionen der Paludikultur auf Hochmoor sowie Niedermoor interessierte Zuhörer. Entsprechend stieß am Folgetag die Exkursion zur Pilotfläche ‚Hankhausen’ zur großmaßstäbigen Umsetzung der Torfmooskultivierung auf Hochmoorgrünland (Projekt Moosgrün) auf reges Interesse. Vom raschen Wachstum der Moose waren die Teilnehmer begeistert und stellten detaillierte Fragen zur praktischen Umsetzung und zum Einsatz der Torfmoose als Substratrohstoff.

Weitere Informationen:

http://www.nna.niedersachsen.de/veranstaltungen/vortraege_seminarbeitraege/116035.html


CULTURA-Preis 2013 für Moorforscher Hans Joosten

Ein Kraftpaket der globalen Moorforschung ist Hans Joosten, Greifswalder Professor für Moorkunde und Paläoökologie. Mit Wathosen im Gelände, im Hörsaal oder auf Sitzungen internationaler Gremien kämpft er seit Jahren für weltweite Erforschung und Schutz von Mooren gegen Klimawandel, Bodendegradierung, den Verlust von Land und Biodiversität und für die Umsetzung eines nachhaltigen Landmanagements in Mooren.. Für sein Engagement zeichnet ihn die Alfred Toepfer Stiftung mit dem auf 25.000 Euro dotierten Cultura-Preis aus, dem Europäischen Preis für zukunftsgerechte Landnutzung. Die Bedeutung der Moore ist noch weitgehend unbekannt: Obwohl degradierte Moore lediglich 0,3 % der Erdoberfläche ausmachen, sind diese verantwortlich für fast sechs Prozent der vom Menschen weltweit verursachten CO2-Emissionen. Sie sind somit Hotspots der Klimaerwärmung. Gleichzeitig speichern intakte Moore doppelt so viel Kohlenstoff wie der gesamte Waldbestand der Erde. Moore sind die letzte Wildnis des Planeten, Refugien der Biodiversität und bedeutende Wasser- und Treibhausgasspeicher. Sie sind stark bedroht durch Entwässerung, Landwirtschaft und Abholzung.
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten erbrachte mit seiner Arbeitsgruppe nicht nur herausragende wissenschaftliche Forschungsleistungen zu Mooren von Sibirien bis zum Senegal, Cuba bis China, den Anden bis Australien sondern auch großen politischen Einsatz. Als Experte der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC - United Nations Framework Convention on Climate Change) erwirkte er 2011 die Aufnahme von Moor-Wiedervernässung als Aktivität unter dem Kyoto-Protokoll. Für den Weltklimarat (IPCC - Intergovernmental Panel on Climate Change) arbeitet er mit an den Richtlinien zur Einschätzung der Treibhausgasemissionen aus Mooren weltweit. Mit der Welternährungsorganisation (FAO – Food and Agricultural Organisation) arbeitet er an Konzepten zu nachhaltiger und umweltverträglicher Moorbewirtschaftung, wie die Paludikultur. Mit MoorFutures entwickelte er Instrumente zur CO2-Bilanzierung und Finanzierung von Wiedervernässung. Als Generalsekretär der International Mire Conservation Group (IMCG) und Beirat der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur steht er im Zentrum eines weltweiten Netzwerks zu Schutz, Nutzung und Erforschung der Moore.
Seit 2008 hält der 58-Jährige eine außerordentliche Professur für Moorkunde und Paläoökologie an der Ernst Moritz Arndt-Universität Greifswald. Joosten, der „alles, was mit Mooren zu tun hat“ auch als sein Hobby bezeichnet und ab und zu sogar einen Bissen Torf probiert, hat Greifswald zu einer weltweit bekannten Schaltstelle für Moorkunde und Moorschutz ausgebaut. Sein Lebenswerk möchte er mit dem Aufbau eines Internationalen Moorkompetenzzentrums vervollständigen. Denn für Moor- und Klimaschutz mahnt er die Öffentlichkeit: „Wir müssen dringend handeln. Die Zukunft der Moore der Welt muss nass sein!“

Weitere Informationen:

http://toepfer-fvs.de/cultura-preis.html

Folgeprojekte im Fokus

Vom 30.-31.Mai trafen sich die Moosgrün-Partner für ein Projekttreffen in Bad Düben. Es ging um die Darstellung der aktuellen Forschungsergebnisse und Perspektiven, um weiteren Forschungsbedarf und Teilnahme in möglichen Folgeprojekten. Eine Exkursion führte in das Presseler Heidewald- und Moorgebiet. Protokoll und Skizzen für Folgeprojekte werden in Kürze im internen Bereich bereitgestellt.


Internationale Gäste auf Paludikultur-Tour

Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sind Pionierregionen für Paludikultur. Das interessiert auch Experten aus Russland und Weißrussland. Vom 15.-19. Juni besichtigten ca. 30 Moor-Projektpartner der Michael Succow Stiftung wiedervernässte und nass bewirtschaftete Moore in beiden Bundesländern, - so etwa die Flächen zur Torfmooskultivierung. Die internationalen Praktiker und Verwaltungsvertreter, darunter auch Politprominenz wie Sergej Gildenskold, Vizeumweltminister des Verwaltungsbezirks Moskau, besichtigten die MOOSGRÜN-Projektfläche in Hankhausen und die Schwimmmatten des Prosuga-Projektes im Hollweger Moor. Die Übertragbarkeit der Torfmoos-Erfahrungen auf Moorflächen in Russland wurde angeregt diskutiert.
Zum Wissenstransfer rund um Wiedervernässung und Moornutzung konnten sich die internationalen Gäste beim Besuch des modernen MoorInformationsZentrums im Ahlenmvkultur“ auf Flächen im Peene- und im Trebeltal. Das Weben von Schilfmatten und die Ernte von Dachreet im Polder Kamp im Anklamer Stadtbruch veranschaulichten traditionellere Nutzungen von Paludikultur. Um Finanzierungsinstrumente für erfolgreiche Wiedervernässung und um Emissionsmessungen ging es beim Besuch weiterer Polder. Die Kollegen aus Russland und Weißrussland nehmen viele Ideen mit nach Hause. Der rege Austausch zwischen den russischen und weißrussischen Partner ist zudem eine gute Basis für weitere Kooperation der beiden Länder im Bereich Moorschutz.Experten aus Russland und Weißrussland auf Moosgrün-Fläche/Hankhausen
Zum Hintergrund:
Nach verheerenden Moorbränden um Moskau im Sommer 2010 hatte die deutsche Bundesregierung Russland technische Hilfe bei der Wiedervernässung von Mooren zur Reduktion des Feuerrisikos und der Treibhausgasemissionen zugesichert. Für die Umsetzung zeichnet u.a. die Michael Succow Stiftung und die Universität Greifswald gemeinsam mit russischen Partnern verantwortvlich. 40.000 Hektar degradierter Moore sollen um Moskau wiedervernässt und ein Verzeichnis der Moore im Moskauer Oblast erstellt werden. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.

In Weißrussland ist die derzeitige Bewirtschaftung Moore weder sozial, wirtschaftlich noch ökologisch nachhaltig. Weiterhin findet ein Torfabbau vorwiegend zur Herstellung von Briketts statt. Das Europe Aid-Projekt „BY- Wetland Energy - Nachhaltige Nutzung nasser Moore in Weißrussland“ soll Pilotprojekte zur Biomasse-Produktion für die energetische Verwertung aufbauen. Neue Nutzungen sollen fossile Energieträger durch Biomasse aus wiedervernässten Mooren ersetzt werden, Treibhausgasemissionen einsparen und frischethn Erwerbsmöglichkeiten im ländlichen Raum erschließen.

Siehe auch:

http://www.succow-stiftung.de/nachrichten/items/internationales-vorbild-paludikultur.html

Achtung: Mit mehr Moorschutz nicht verschlimmbessern!

Die neue rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen will Moore unter Naturschutz stellen. Torf soll nicht mehr von neuen Flächen abgebaut werden dürfen. Ein guter erster Schritt zu mehr Moor- und Klimaschutz in Deutschland! Doch Achtung: Damit Probleme sich nicht einfach über Landesgrenzen hinaus verlagern, müssen Alternativen zu Torf im Angebot sein. Nach der Meldung vom 9. April will die Landesregierung Torfabbaugebiete noch vor der Sommerpause aus dem Landesraumordnungsprogramm (LROP) streichen. Noch die Vorgängerregierung hatte eine Fläche so groß wie 35.000 Fußballfelder für den Torfabbau vorgesehen. Weiterhin sollen Moore als „natürliche CO2-Speicher definiert“, der Torfabbau langfristig beendet und Ersatzstoffe für Torf im Gartenbau gefördert werden. Letzteres ist enorm wichtig, um die Torfgewinnung nicht zu verlagern, etwa nach Litauen. Dort preiswert gestochener Torf würde dem Klima durch Emissionen beim Transport teuer zu stehen kommen und Flächen zerstören, die in Deutschland unter Naturschutz ständen. Die vorgesehene Bestandsanalyse der niedersächsischen Hoch- und Niedermoore darf also nicht nur die Renaturierung zum Ziel haben. Um die Klimabilanz nicht nur für Niedersachsen oder Deutschland sondern weltweit zu verbessern, muss Ersatz für Torf geschaffen werden. Torfmoose lassen sich erfolgreich im großen Maßstab als Pflanzensubstrate züchten. Das Greifswalder Forschungsprojekt MOOSGRÜN hat dies auf bisherigen Versuchsflächen in Hankhausen gezeigt und sieht besonders jetzt in Politikberatung und Wissenstransfer eine essentielle Aufgabe.

Weitere Informationen:

http://www.ml.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=1810&article_id=114267&_psmand=7

"Torfmooskultivierung" - Greifswalder Wissen für Lille Vildmose

Das Gebiet Lille Vildmose umfasst zwar das größte noch lebende Hochmoor Dänemarks, ist zu einem großen Teil jedoch stark degradiert. Im LIFE+ Nature-Projekt "Restoration of raised bog in Lille Vildmose" soll das Herzstück des Moorgebietes nun restauriert werden. Für wissenschaftlichen Rat zum Ausbringen von Torfmoosen holte man sich die Greifswalder "Torfmoos"-Experten nach Lille Vildmose. Moosbestimmung im Schnee Vom 15.-19. März besichtigten Mira Kohl, Matthias Krebs, Jenny Schulz und Sabine Wichmann das Lille Vildmose im Nordwesten Jütlands, süstlich von Aalborg. Der größte zusammenhängende naturnahe Teil des Hochmoors ist umzäunt und heute Eigentum der Stiftung Aage V. Jensen Naturfond. Er nimmt mit 20km2 etwa die Hälfte der ursprünglich 55km² großen Moorfläche ein. Damit umfasst Lille Vildmose über 50% der geschützten Hochmoorfläche des Landes, da mehr als 95% der ehemaligen dänischen Hochmoore durch Entwässerung für Torfabbau oder landwirtschaftliche Nutzung zerstört wurden. Die Greifswalder Wissenschaftler besuchten nach Torfabbau bereits wiedervernässte Bereiche sowie degradierte Flächen, auf denen Hochmoorvegetation, vor allem Torfmoose, wieder etabliert werden sollen. Trotz starken Windes und Schnees konnten sie, geführt von Katrine Petersen (Dänisches Generaldirektorat für Natur des dänischen Umweltministeriums) und der dänischen Hochmoorspezialistin Mette Risager (Risager Consult), sich einen Eindruck vom Vorhaben verschaffen: Zwischen zwei erhaltenen Teilen des Lille Vildmose soll die Renaturierung durch das Ausstreuen von Torfmoosen auf einer bisher als Hochmoorgrünland genutzten Versuchsfläche beschleunigt werden. Vorher muss der degradierte Oberboden abgetragen und anschließend ein konstant hoher Wasserstand knapp unter Flur eingestellt werden. Großes Potential dafür sei vorhanden, schätzen die Greifswalder Moos-Experten. In einem Workshop während des Besuchs regten sie an, die Flächen nicht nur wiederzuvernässen, Torfmoose auszubringen und sich selbst zu überlassen. Vielmehr könnte Torfmooskultivierung, mit höherem Managementeinsatz, Sphagnum für die Restauration weiterer, im Lille Vildmose genügend vorhandener Flächen, erzeugen. Darüber hinaus stießen die Erfahrungen zum kommerziellen Anbau auf das Interesse von Pindstrup Mosebrug A/S, Dänemarks größtem Substratproduzenten. Das Unternehmen sticht bisher u.a. im Lille Vildmose Torf, sieht jedoch das Potential von Torfmoosen als erneuerbarem Rohstoff für Substrate und daher ein mögliches neues Geschäftsfeld. Mit ihrem wissenschaftlichen Know-how konnten die Greifswalder Experten die Diskussion im Lille Vildmose bereichern und sind gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen.

Weitere Informationen zum LIFE+Nature-Projekt "Restoration of raised bog in Lille Vildmose" (2011-2016) Lille Vildmose:

http://www.naturstyrelsen.dk/Naturbeskyttelse/Naturprojekter/Projekter/Himmerland/LIFELilleVildmose/English/

Kanadische Moorforscherin Line Rochefort zu Besuch

Line Rochefort, Professorin und Leiterin der Forschungsgruppe Moorökologie (Peatland Ecology) an der kanadischen Universität Laval (Quebec), forscht in Kanada seit vielen Jahren zur Wiederansiedlung von Moorvegetation, insbesondere von Torfmoosen zur Renaturierung abgetorfter Moore. Weiterhin untersucht ihre Arbeitsgruppe Möglichkeiten zur Torfmooskultivierung. Seit Jahren besteht ein intensiver Austausch zwischen den kanadischen und deutschen Wissenschaftlern, um die Kultivierung von Torfmoosen international voranzutreiben. Im Oktober besuchte sie die Anbau-Flächen in Ramsloh und Kanadische Moorforscherin Line Rochefort zu Besuch insbesondere Hankhausen und informierte sich über das automatische Bewässerungssystem. Denn eine permanente Wasserversorgung der Torfmoose ist essentiell und auf ihren Flächen noch ein kritischer Punkt. "Wir waren und sind stets beeindruckt von den kanadischen Forschern. Dass sie nun Interesse an den von uns gemachten Erfahrungen haben, macht uns schon stolz. Es zeigt, dass wir im technischen Bereich beim landwirtschaftlichen Anbau von Moosen zu den Vorreitern gehören." sagt Matthias Krebs (Universität Greifswald).
Line Rochefort will : inspiriert durch das in Hankhausen entwickelte Bewässerungssystem : nun bei der Beantragung von Geldern die Etablierung einer an die kanadischen Verhältnisse angepasste Bewässerung mit einbeziehen, um somit den gezielten landwirtschaftlichen Anbau von Torfmoosen weiter zu untersuchen.

Fazit: Mehr Moor gegen ein "Riesenloch"

: Greifswalder Professor Joosten bei der UN-Klimakonferenz in Doha

Ein "Riesenloch" sieht der Greifswalder Professor Hans Joosten gegen Ende der achtzehnten Klimaverhandlungen (Conference of the Parties/COP) in Doha/Katar zwischen der politisch gewünschten Beschränkung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad und dem, was Länder heute bereit sind dafür zu leisten. Die jetzigen Verhandlungen werden zu einer Emissionsreduktion von etwa 20% in der zweiten Periode des Kyoto-Protokolls führen, schätzt Professor Joosten, aber nur für einen Bruchteil der Länder einschließlich der EU. Großemittenten wie China (verantwortlich für 28% der weltweiten Emissionen), die USA (16%) und Indien (7%) blieben außen vor. Was der weltweite Nachfolgevertrag bringen wird, sei noch unklar.

Mehr Informationen in einer Pressemitteilung unter:
http://idw-online.de/pages/de/news511292

Für mehr Moor in die Wüste

Jan Peters, Experte für Moor- und Klimaschutz der Michael Succow Stiftung bei der Weltklimakonferenz in DohaDoha. Greifswalder Moorexperten bei der Weltklimakonferenz in Doha / Katar Sand, Erdöl, Klimaanlagen, großmotorige Autos : das ist der Wüstenstaat Katar auf einen ersten Blick. Schwierig dort bei der diesjährigen Weltklimakonferenz (UNFCCC) die Klimabedeutung von Mooren aufzuzeigen. Jan Peters, Experte für Moor- und Klimaschutz der Michael Succow Stiftung, hat dies auf einem Side Event der Klimaverhandlungen getan. Hier finden sie den Bericht und die Präsentation.

Kostprobe : Greifswalder Moorforscher mit TV im tasmanischen Moor

"Köstlich!" urteilte Professor Hans Joosten über einen Bissen tasmanischen Moorbodens im australischen Fernsehen. Der Sender ABC war Joosten und seinem Kollegen John Couwenberg auf Exkursion ins Moor der tasmanischen Skullbone Planes gefolgt.

Moos- und Bodenproben nahmen die beiden dort nach ihrer Teilnahme am Treffen des International Panel on Climate Change (IPCC) vom 12.-14. November in Wollongong. In siebeneinhalb Minuten berichtete die Reportage nicht nur über tasmanisches Moos und Moor, sondern verdeutlichte auch die weltweite Bedeutung der Moore: Obwohl diese lediglich drei Prozent der Erdoberfläche ausmachen, speichern sie mehr Kohlendioxid als der gesamte Waldbestand der Erde. Angesprochen wurde zudem die Rolle der Wiedervernässung von Mooren im freiwilligen Handel von CO2-Zertifikaten.

Link zur ABC-Reportage:
http://www.abc.net.au/news/2012-11-30/revealing-climate-change-secrets/4401976

Hüfttief im Hütelmoor : MOOSGRÜN-Projekttreffen in Rostock

Rostock. Alle in die Wathose und auf zu den Messstationen im Hütelmoor bei Rostock, galt es beim Projekttreffen von Moosgrün vom 22.-23. November in Rostock. Allerdings erst am zweiten Tag. Zuvor hatten die Projektpartner Zwischenergebnisse der Arbeitspakete präsentiert und mögliche Perspektiven für die Zeit nach Projektende im September 2013 diskutiert. Hier finden sie den ausführlichen Bericht (pdf).

14th International Peat Congress

Stockholm. Ab dem 03.06.2012 fand in Stockholm der 14. Internationale Peat Congress zum Thema "Peatlands in Balance" statt. Die Session V des Kongresses widmete sich auch dem Thema Sphagnum farming.

Regionaler Workshop

Rastede. Am 07.01.2012 fand in Rastede ein regionaler Workshop, organisiert vom NABU statt, bei dem mehr als 110 Interessierte nach Impulsvorträgen von Heinrich Höper (NLfB), Jürgen Göttke-Krogmann (NLWKN) und Matthias Krebs (Universität Greifswald) die Zukunft der Hochmoore in Niedersachsen diskutierten. Auch eine Besichtigung der Feldversuchsfläche im Hankhauser Moor gehörte zum Programm.

Förderpreis der DGMT

Übergabe des Förderpreises durch Herrn Caspers (links) an Herrn Gunnar Koch (rechts)Ramsloh. Am 24.08.2011 erhielt der innovative Geschäftsführer des Torfwerkes Moorkultur Ramsloh, Herr Gunnar Koch, den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde (DGMT) für seine Verdienste um die Torfmooskultivierung.