RUMOOREN– Kunst trifft Moor
Kunstwettbewerb und Ausstellung vom 24.09.-08.10.2017 in Greifswald

Im gesellschaftlichen Diskurs spielen Moore kaum eine Rolle - zu Unrecht! Sie leisten als Kohlenstoff-Speicher einen immensen Beitrag zum Klimaschutz – aber nur, wenn sie nass sind! Im Rahmen der internationalen Paludikultur Konferenz-Woche des Greifswald Moor Centrum soll der Paludikultur, der nachhaltigen, nassen Moornutzung, zu mehr Aufmerksamkeit verholfen werden. Daher lädt das Greifswald Moor Centrum zusammen mit dem Caspar-David-Friedrich Institut bundesweit alle interessierten Designer, Künstler und Kunstschaffenden zur Auseinandersetzung mit dem Thema Moor und Paludikultur ein.

Hintergrund

In Greifswald wird seit über 200 Jahren zum Thema Moor geforscht - aktuell sind über 60 Personen im Netzwerk des Greifswald Moor Centrum dem Moor verbunden und betrachten das Moor durch die naturwissenschaftliche Brille. Moore haben in der Gesellschaft ein negatives Image, ihre immense Bedeutung für den Klimaschutz ist nur Wenigen bewusst. Moore werden durch Entwässerung seit Jahrhunderten vor allem für land- und forstwirtschaftliche Nutzung zerstört. Aber nur nasse Moore können als Kohlenstoffspeicher zum Klimaschutz beitragen.

Das Greifswald Moor Centrum stellt die Frage, ob Kunst und Kultur neue Perspektiven auf Moor herstellen können, um deren Schmuddel-, Problem- bis Gruselimage abzulegen. Wie können Kunst und Kultur das komplexe ökologische Thema Moor darstellen? Können sie den Blick für die Wichtigkeit nachhaltiger Moornutzung schärfen und so den Boden für Klimaschutz durch Moorschutz bereiten? Ein gesellschaftlicher Austausch ist notwendig, um mehr Akzeptanz und Verständnis für den Moorschutz in Deutschland zu schaffen.

Was ist ein Moor und warum ist es so wichtig?
Moore sind Feuchtgebiete in denen sich über tausende von Jahren eine dicke Torfschicht akkumuliert hat. Der Torf ist abgestorbenes Pflanzenmaterial, das unter Wasser und somit unter Luftabschluss konserviert wird. Moor ist ein Archiv: In seinen Schichten lagert die Kulturgeschichte der Landschaft Moor ist schön: weite, offene Landschaften, besondere Flora & Fauna, Musterbildung (z.B. in Polygonmooren) Moor speichert Kohlenstoff und ist wichtig für den Klimaschutz Moor bietet für den Menschen viele „kostenlose“ Ökosystemdienstleistungen: sauberes Wasser, Wasserspeicherung, Kühlung, Produktion, Erholung… Moore sind wichtig für die Biodiversität: Pflanzen haben sich an die extremen Lebensbedingungen im Moor angepasst (z.B. fleischfressende Pflanzen)

Im Gegensatz dazu steht die aktuelle Situation in Deutschland:
Moorlandschaften sind in Deutschland oft kaum erkennbar oder bereits stark degradiert: nur 3 % der Moore sind in einem naturnahen Zustand. Fast alle Flächen werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt und dafür entwässert. Meist erkennt man das Moor nur an Entwässerungsgräben und schwarzen Maulwurfshügeln. Durch die Entwässerung werden große Mengen an Treibhausgasen (THG) freigesetzt, ungefähr 5 % der gesamten THG-Emissionen in Deutschland werden dadurch verursacht! Maisanbau auf Moor für Biogas wird somit zum Absurdum, denn es werden zuerst große Mengen an THG Emissionen beim Anbau verursacht.
Die Wiedervernässung von Mooren kann die hohen THG-Emissionen und den Torf-Schwund verringern. Eine neue Form der Landnutzung kann die Produktion auf nassen Flächen aufrechterhalten: Paludikultur (www.paludikultur.de). Eine Wortschöpfung aus Greifswald (lat. palus = Sumpf => Sumpfkultur), die mittlerweile international bekannt geworden ist. In Greifswald werden verschiedene Formen der Paludikultur für Hoch- und Niedermoore erforscht und weiterentwickelt:

  • Torfmooskultivierung: der Anbau von Moosen für den Ersatz von Torf im Gartenbau
  • Schilfnutzung: Reed für Dächer oder andere Baustoffe
  • Rohrkolbenanbau: mit seinem Luftgewebe in den Blättern ein hervorragender Dämm- und Baustoff
  • Nasswiesen: die Nutzung von Biomasse als Brennstoff für Heizwerke

Links: www.paludikultur.de, www.greifswaldmoor.de

Wer kann mitmachen?

Künstler, Designer und Studierende beider Fachrichtungen.

Was kann eingereicht werden?

Künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema Moor und/oder Paludikultur.
Skizze, Zeichnung, Grafik, Malerei, Foto, Video oder auch Texte, technisch sind keine Grenzen gesetzt.

Preisgelder

1. Platz = 1.500,-€

2. Platz = 1.000,-€

3. Platz = 500,-€

Bewerbungsunterlagen

Einfach die Entwürfe z.B. in einer PDF visualisieren, max. eine Seite Erläuterungstext hinzufügen und bis zum 14.07.2017 zusammen mit einem kurzen Lebenslauf und dem unterschriebenen Formular zu den Nutzungsrechten (Download) an rumooren@uni-greifswald.de (max. 25MB) mailen. Nach der Zusage der Vorjury bis zum 21.07. bleibt dann bis Mitte September Zeit fürs Fertigstellen und Einreichen.

Reisekosten

Eine teilweise Übernahme der Reisekosten für die Künstler*innen zum Ausstellungsaufbau und Vernissage ist über eine Reisekostenpauschale möglich.

Jury

Hochrangige Vertreter aus der Moor- und Kunstszene Deutschlands

Ausstellung

Die Ausstellung der ausgewählten Arbeiten findet vom 24.09. – 08.10.2017 im Rahmen der der Fachtagung RRR2017 in den Räumen des Caspar-David-Friedrich-Institutes (CDFI) der Universität Greifswald statt. Die Preisverleihung erfolgt am Tag der Vernissage.

Termine

Einsendeschluss Wettbewerbsbeitrag: 14.07.2017
Vorauswahl der Juroren (für Teilnehmende an der Ausstellung): ~21.07.
Ausstellungsaufbau: 18.-24.09.
Vernissage & Preisverleihung: 24.09.
Finnissage: 07.10.

Kontakt

Jo Zynda
Caspar-David-Friedrich-Institut Greifswald
jo.zynda@uni-greifswald.de

Susanne Abel
Greifswald Moor Centrum
susanne.abel@greifswaldmoor.de

Dokumente

Rechteeinräumung & Freistellung (pdf | 2MB)
Rumooren - Flyer (pdf | 2MB)
Rumooren - Plakat (pdf | 2MB)